Das wichtigste Zupfmuster für Gitarre: Damit begleitest du tausende Songs

Aktualisiert: 25. Aug.
Es gibt ein einziges Zupfmuster, das so oft in der Musik vorkommt und so gut klingt, dass es sich lohnt, es wirklich sattelfest zu beherrschen – ein Muster, das auch erfahrene Gitarristen bis heute regelmäßig verwenden. Du brauchst dafür keine Fingerpicking-Vorkenntnisse. Diese Lektion stammt komplett aus meinem Jahreskurs Liedbegleitung für Einsteiger und zeigt dir Schritt für Schritt, wie du vom Grundmuster über die passenden Varianten bis zur Anwendung an einem echten Song kommst.
Wichtig: Bei diesem Thema lohnt sich der Text vor allem als Begleitung zum Video – die eingeblendeten Tabulaturen, die genaue Fingerfolge in Zeitlupe und die Klangbeispiele lassen sich nicht wirklich in Worte fassen. Schau dir das Video oben also am besten aktiv an und übe direkt mit, statt nur den Text hier zu lesen.
Das Zupfmuster im 4/4-Takt
Statt vier Vierteln pro Takt spielst du hier acht Achtelnoten – doppelt so viele Töne, aber dank der Zupftechnik trotzdem gut machbar, weil jeder Finger schon nah an seiner Saite bleibt. Die Grundabfolge mit Leersaiten (wie bei E-Moll): Saiten 6-3-2-3-1-3-2-3, oder als Finger gedacht: Daumen-Zeigefinger-Mittelfinger-Ringfinger-Zeigefinger-Mittelfinger-Ringfinger-Zeigefinger. Der Bassston wird dabei nur einmal zu Taktbeginn angeschlagen und klingt dann bis zum Taktende weiter – in Notenschrift oft als "let ring" gekennzeichnet.
Drei Varianten je nach Basston
Je nachdem, auf welcher Saite der Daumen den Basston spielt, ergeben sich drei Varianten für die gängigsten Akkordtypen:
Daumen auf der 6. Saite – für Akkorde wie G-Dur und E-Moll
Daumen auf der 5. Saite – für Akkorde wie C-Dur und A-Moll
Daumen auf der 4. Saite – für Akkorde wie D-Dur
Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger bleiben dabei immer fest ihren jeweiligen Saiten zugeordnet, egal welcher Akkord gespielt wird – nur der Daumen wechselt. Das ist eine bewusste Vereinfachung, die eine Sache weniger zum Nachdenken übrig lässt, während man sich auf den Akkordwechsel konzentriert.
Zum Metronom einüben
Am besten übst du das Muster zunächst nur mit Leersaiten, ganz langsam bei 60 BPM, wobei jeder Metronomschlag einer gezupften Saite entspricht. Danach eine Kombi-Übung mit wechselndem Daumen (z. B. Saitenfolge 6-4-6-5-4) erst bei 60, dann bei 90 BPM. Kratzt es beim Spielen unangenehm auf den Saiten, lohnt sich ein Blick auf die Fingernägel der Zupfhand – regelmäßige Pflege mit feiner Poliernagelfeile macht den Unterschied.
Ein Detail, das den Klang deutlich sauberer macht: Am Taktende kurz alle Saiten mit der Zupfhand abstoppen, damit die Töne nicht unkontrolliert in den nächsten Takt hinein klingen. Das verhindert einen verwaschenen "Geräuschteppich" und sorgt für klar getrennte Takte.
Anwendung: Tom Dooley
Mit nur zwei Akkorden (G-Dur und D-Dur) lässt sich der Klassiker "Tom Dooley" perfekt für dieses Zupfmuster nutzen – du brauchst dafür nur die Varianten mit Daumen auf der 6. und der 4. Saite. Am einfachsten übst du erst die Abfolge ohne Gesang, dann mit Gesang dazu: Linke Hand, rechte Hand und Stimme unabhängig zu koordinieren ist eine Menge auf einmal, aber genau das macht den Unterschied zwischen "kann Akkorde greifen" und "kann sich selbst begleiten".
Ausblick: Das Muster im 3/4-Takt
Für Stücke im Dreivierteltakt brauchst du kein komplett neues Muster – du lässt einfach das letzte Viertel (die letzten beiden Achtel) weg. Der Daumen spielt dabei weiterhin die Eins, an der du dich gut orientieren kannst.
Checkliste: Das Zupfmuster in Kürze
Grundmuster: 8 Achtelnoten pro Takt, Bassston nur einmal angeschlagen, klingt bis Taktende weiter
Drei Varianten je nach Akkord: Daumen auf 6., 5. oder 4. Saite
Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger bleiben immer an ihrer Saite
Erst mit Leersaiten langsam am Metronom üben, dann Kombi-Übung mit Daumenwechsel
Am Taktende kurz abstoppen für sauberen, klar getrennten Klang
Für den 3/4-Takt einfach das letzte Achtelpaar weglassen
Diese Lektion ist Teil eines kompletten Kurses
Dieses Video ist eine vollständige, kostenlose Lektion aus meinem 12-Monats-Kurs Liedbegleitung für Einsteiger – 52 Wochenlektionen, die dich Schritt für Schritt vom ersten Akkord bis zur freien Songbegleitung führen. Zu jeder Lektion gehört außerdem ein Übeplan und ein Spickzettel, damit du genau weißt, was diese Woche dran ist.







Kommentare