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Gitarrenklang verbessern: 7 Gründe, warum deine Gitarre nicht sauber klingt

  • Autorenbild: Christian Konrad
    Christian Konrad
  • 29. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Du übst, gibst dir Mühe, greifst die Akkorde eigentlich richtig – und trotzdem klingt es nicht so, wie du es im Ohr hast. Der naheliegende Gedanke: zu alt, zu untalentiert, die Gitarre nicht gut genug. In den allermeisten Fällen liegt es aber an keinem davon, sondern an einer oder mehreren von sieben ganz konkreten Stellschrauben – die alle nichts mit Talent zu tun haben und sich oft in wenigen Minuten beheben lassen, ganz ohne zusätzliches Üben.


1. Deine Gitarre ist einfach nicht gestimmt

Klingt banal, ist aber der häufigste Grund überhaupt. Das Tückische: Man gewöhnt sich an den leicht schiefen Klang und merkt es selbst nicht mehr. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, neue Saiten oder bestimmte Spieltechniken verstimmen eine Gitarre ständig – einmal am Tag stimmen reicht nicht. Die Lösung: Ohren in Alarmbereitschaft halten und im Zweifel lieber öfter kurz mit einem Clip-Tuner nachstimmen, statt sich auf "am Montag hab ich ja gestimmt" zu verlassen.

2. Du schlägst Saiten an, die gar nicht gespielt werden sollen

Ein häufiger Klangkiller bei Einsteigern: Die Aufmerksamkeit liegt komplett bei der Greifhand, und die Schlaghand haut einfach alle sechs Saiten an. Bei D-Dur sollen aber nur vier Saiten erklingen, bei C-Dur und A-Dur wird die dicke E-Saite weggelassen. Der Grundton eines Akkords soll immer der tiefste hörbare Ton sein – schau bei jedem neuen Akkord bewusst hin, welche Saiten dazugehören und welche nicht.

3. Die Greifhand verzieht die Saiten und verhindert damit sauberen Gitarrenklang

Klingt der Akkord schief, obwohl die Gitarre perfekt gestimmt ist, liegt das oft daran, dass die Finger die Saiten beim Greifen unabsichtlich nach oben oder unten verschieben – technisch gesehen Bending, das in Akkorden aber meist nichts zu suchen hat. Der Trick: vor einem Spiegel spielen und auf die kleinen Karos zwischen Saiten und Bundstäbchen achten. Sind sie schön rechtwinklig, drücken die Finger richtig senkrecht; sind sie schief, wandert die Kraft in die falsche Richtung.

4. Die Schlaghand ist verkrampft

Wer die Schlaghand zur Faust ballt und den ganzen Arm versteift, bekommt einen harten, leblosen Ton – eine Gitarre ist ein Resonanzkörper, der Lockerheit braucht. Ein weiches, dünnes Plektrum hilft dabei zusätzlich, weil es selbst schon etwas mitfedert. Lass den Unterarm einfach am Ellenbogen hängen und die Hand locker pendeln.

5. Akkorde werden nicht sauber abgestoppt

Klingen beim Akkordwechsel noch einzelne Saiten des vorherigen Akkords nach, entsteht ein matschiger, unsauberer Klang. Die Lösung sind Mikropausen: Alle Saiten kurz mit dem Handballen oder dem Daumen abstoppen, bevor der nächste Akkord kommt – so kurz, dass der Zuhörer die Stille gar nicht bewusst wahrnimmt. Die Stille zwischen den Tönen ist genauso wichtig wie die Töne selbst.

6. Die Fingernägel sind zu lang

Sind die Fingernägel der Greifhand zu lang, stößt der Nagel ans Griffbrett an, bevor die Kuppe richtig drückt – der Ton schnarrt oder klingt dumpf. Ein Klassiker, der oft übersehen wird, gerade nach ein paar Tagen ohne Aufmerksamkeit dafür. Regelmäßig kontrollieren und kürzen gehört einfach zur Instrumentenpflege dazu, und dein Gitarrenklang wird massiv davon profitieren.

7. Die Saiten sind zu dick für den Anfang

Akustikgitarren werden ab Werk oft mit recht dicken Saiten (12er oder 13er) ausgeliefert – für geübte Spieler eine gute Wahl, für Anfänger aber eine echte Kraft-Hürde. Wer merkt, dass die Saiten sich zu schwer anfühlen, kann eine Stärke dünnere Saiten aufziehen (nicht gleich zwei oder drei Stufen springen, sonst muss die Gitarre neu eingestellt werden). Das macht den Einstieg spürbar leichter.

Checkliste: 7 Stellschrauben für besseren Klang

  1. Gitarre regelmäßig nachstimmen, nicht nur einmal die Woche

  2. Nur die richtigen Saiten pro Akkord anschlagen

  3. Vor dem Spiegel prüfen, ob die Finger die Saiten verziehen

  4. Schlaghand und Unterarm locker lassen, weiches Plektrum nutzen

  5. Akkorde am Taktende kurz abstoppen (Mikropausen)

  6. Fingernägel der Greifhand regelmäßig kurz halten

  7. Bei Kraftproblemen eine Saitenstärke dünner wählen

Bereit für den nächsten Schritt?

Diese sieben Tipps lösen ein bestimmtes Klangproblem – aber beim Gitarrelernen selbst stellen sich natürlich viele weitere Fragen: Wie wechselst du flüssig zwischen Akkorden, welches Schlagmuster passt zu welchem Song, wie begleitest du dich selbst beim Singen? Genau dafür gibt es meinen 12-Monats-Kurs Liedbegleitung für Einsteiger – 52 Videolektionen, die dich Schritt für Schritt durch alles führen, was du brauchst, um am Ende beliebige Songs zu begleiten.

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