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Zehn Jahre verschollen: Diese Bühnengitarre klingt in DADGAD wie ein Soundtrack

Autorenbild: Christian Konrad
Christian Konrad
16. Jan.
2 Min. Lesezeit

Zehn Jahre lag diese Gitarre im Koffer, weitere paar Jahre stand sie unbeachtet in der Ecke im Bad – bis beim Jahresanfangs-Aufräumen eine kleine Zeitreise begann. Was diese wiederentdeckte Bühnengitarre kann und wie du mit einer simplen Umstimmung sofort cinematische, soundtrackartige Akkorde spielst, statt nach Anfängerakkorden zu klingen, zeig ich dir in diesem Video.


Eine vergessene Bühnengitarre: die Godin A6

Meine Godin A6, gebraucht gekauft und für einige Jahre intensiv genutzt, war über Jahre hinweg die Bühnen-Akustikgitarre für meine Zeit als Musical-Gitarrist – danach verschwand sie fast komplett aus dem Alltag. Genau das erklärt auch, warum sie so lange vergessen im Koffer lag: Rein akustisch, zu Hause im Wohnzimmer gespielt, hat sie wenig zu bieten. Ihre Stärken liegen woanders.

Warum die A6 jahrelang mein Live-Favorit war

Vier Gründe machen die A6 zur idealen Bühnengitarre:

  • Feedback-Sicherheit: Anders als die meisten akustischen Gitarren, die ein Kompromiss zwischen tollem Akustik-Klang zu Hause und Bühnentauglichkeit sind, ist die A6 kompromisslos für die Bühne konzipiert.

  • E-Gitarren-Spielgefühl: Schlanker Hals und Mensur fühlen sich fast wie bei einer E-Gitarre an – kein weites Übergreifen wie bei "normalen" Westerngitarren nötig.

  • Auf den Tonabnehmer abgestimmter Sound: Während bei den meisten Westerngitarren der Piezo-Sound nur ein trauriger Kompromiss für den mikrofonfreien Bühneneinsatz ist, klingt die A6 konstruktionsbedingt über den Tonabnehmer überzeugend – ganz ohne High-End-Tonabnehmersysteme für mehrere tausend Euro.

  • Verarbeitungsqualität: Auch nach rund 30 Jahren funktioniert das Instrument noch tadellos – ein gutes Zeichen für Langlebigkeit.

Umgestimmt: So funktioniert DADGAD

Um die versprochenen cinematischen Akkorde zu zeigen, wird die A6 kurzerhand in DADGAD umgestimmt: Die dicke E-Saite geht runter zu D, die A- und D-Saite bleiben, die G-Saite bleibt, die B-Saite geht runter zu A, und die dünne E-Saite geht runter zu D. Schon die leeren Saiten ergeben einen interessanten Dsus-Akkord – der Ausgangspunkt für alles Weitere.

Dur- und Moll-Akkorde in DADGAD spielen

In DADGAD lassen sich die Durakkorde der Tonleiterstufen mit einfachen, oft nur ein- oder zweifingrigen Voicings spielen, die sich zudem gut über das Griffbrett verschieben lassen. Für die Mollakkorde auf den Stufen 2, 3 und 6 wird jeweils einfach die Durterz um einen Bund erniedrigt. So lässt sich die komplette Stufenakkord-Reihe der Tonleiter aufwärts spielen, inklusive des vermindert klingenden Akkords der siebten Stufe.

Die genauen Griffpositionen und Voicings lassen sich am besten direkt im Video nachvollziehen – hier wird jeder Akkord Schritt für Schritt am Griffbrett gezeigt.

Checkliste: So probierst du DADGAD selbst aus

  • Stimme nur zwei Saiten um (dünne E-Saite und B-Saite jeweils einen Ganzton runter) – schnell wieder in Standardstimmung zurück

  • Starte mit dem Einfinger-Voicing für den Akkord der ersten Stufe

  • Nimm dafür bewusst eine Gitarre, die du schon länger besitzt, statt extra eine neue zu kaufen

  • Bau dir eine eigene Akkordfolge, indem du z. B. mit der dritten Stufe statt der ersten beginnst

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