Ich spielte Blues-Akkorde immer gleich. Dann lernte ich DAS.

Wenn du Bluesbegleitung lernst, fängt das fast immer gleich an: offene Akkorde, A7, D7, E7, fertig ist dein Blues in A. Und genau da bleiben die meisten stehen. Ich zeig dir heute fünf Level, wie aus diesen drei simplen Akkorden nach und nach richtig interessante Voicings werden – bis hin zu einem "Bonus-Level", das ich augenzwinkernd "den Weg ins Musikstudium" nenne. Der Rhythmus bleibt dabei die ganze Zeit gleich, nur auf die 1 und auf die 2-und. Es geht heute wirklich nur um die Akkorde selbst.
Level 1: Die offenen Akkorde als Ausgangspunkt
Der klassische Einstieg in jede Blues-Begleitung: offener A7, offener D7, offener E7. Das kennst du wahrscheinlich schon.
Level 2: Barré-Akkorde für mehr Kontrolle
Der nächste Schritt sind Barré-Akkorde. Der große Vorteil: Du kannst sie einfach verschieben und in jede Tonart mitnehmen, hast mehr Kontrolle über die Saiten und kannst einen Akkord auch mal kurz abstoppen oder perkussiv spielen.
Level 3: Radikal reduzierte Voicings – die "Two Note Wonders"
Jetzt wird's interessant. Statt zu den offenen Akkorden zurückzugehen, reduziere ich radikal: Beim A7 werden nur noch die mittleren beiden Saiten gegriffen – übrig bleiben kleine Septime und große Terz von A. Ich hab das früher mal "Two Note Wonders" genannt. Das Schöne dabei: Für den D7 rutschst du nur einen Bund zurück, dann hast du dieselbe Form, nur mit vertauschter Terz und Septime. Für den E7 rutschst du wieder einen Bund in die andere Richtung. Der Grund für diese starke Reduzierung: Bevor wir etwas Neues hinzufügen können, müssen wir erstmal von den vollen, vertrauten Akkorden wegkommen.
Level 4: Ein Farbton kommt dazu
Zu den reduzierten Akkorden aus Level 3 kommt jetzt auf der zweiten Saite ein zusätzlicher Ton. Beim A7 ist das die sogenannte 13 (eigentlich die große Sexte von A aus gesehen, bei Akkorden mit Septime nennt man den Ton aber 13). Beim D7 kommt ein anderer Ton dazu, die sogenannte 9 – und beim E7 gilt derselbe Grifftyp wie beim D7.
Level 5: Zwei Farbtöne gleichzeitig
Jetzt kommt noch ein Farbton dazu, diesmal auf der ersten Saite. Beim A13 aus Level 4 kommt die 9 hinzu – jetzt sind 9 und 13 gleichzeitig im Akkord. Beim D7 wird's umgekehrt gemacht: Die 9 war schon da, jetzt kommt die 13 dazu. Der Ton auf der ersten Saite ist bei A7 und D7 dabei komplett identisch. Der Akkord heißt jetzt übrigens nicht mehr D7(9,13), sondern einfach D13, weil die 13 die None automatisch mit einschließt. Beim E7 gilt derselbe Bauplan wie beim D13. Das Ergebnis klingt nach ganz anderen Akkorden – und ist trotzdem derselbe Blues in A.
Bonus-Level: ein Ausflug ins Musikstudium
Vom A13 aus würden Musikstudent:innen jetzt sagen: Wir alterieren den Akkord. Aus der 9 wird die Kreuz-9, aus der 13 die b13, kurz bevor es zum D7 weitergeht. Die einfachere Erklärung ganz ohne Fachbegriffe: Du nimmst einfach den D13 vorweg, spielst ihn einen Bund höher und lässt ihn dann zum eigentlichen D13 runterrutschen – musikalisch kommt meistens dasselbe raus. Genauso kannst du es beim E7 machen, kurz alterieren als Durchgang, bevor es zum D7 weitergeht, und danach wieder zurück zum A13. Du musst natürlich nicht jeden Akkord alterieren, aber jetzt weißt du, wie's geht, falls du mal angeben willst.
Checkliste: So arbeitest du dich durch die Level
Lern jedes Level erst einzeln in Ruhe, bevor du zum nächsten springst
Übe den Wechsel zwischen den drei Akkorden (A, D, E) auf jedem Level, nicht nur einen Akkord isoliert
Achte bei Level 3 besonders auf die Bund-Verschiebung – sie ist der Schlüssel zu allen weiteren Levels
Spiel dieselbe Blues-Begleitung einmal komplett auf Level 1 und einmal auf Level 5 hintereinander, um den Unterschied zu hören
Übungsmaterial zum Download
Noch tiefer in den Blues einsteigen
Wenn dich das Thema Blues-Begleitung jetzt gepackt hat: Genau dafür hab ich den Kurs Blues-Ratgeber entwickelt – von den ersten Begleitungen bis zum stilechten Solo, mit erweiterten Akkorden und mehreren kompletten Songs zum Mitspielen.
Mehr Infos findest du hier: Blues-Ratgeber






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