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5 Angewohnheiten, die ich als Gitarrist rückblickend vermeiden würde

Autorenbild: Christian Konrad
Christian Konrad
4. Sept.
3 Min. Lesezeit

Wenn ich heute noch mal bei null anfangen würde, gäbe es fünf Angewohnheiten, bei denen ich mir selbst sagen würde: Mach das bloß nicht, das macht dir langfristig das Leben schwer. Eine davon hat mir vor einiger Zeit sogar ein alter Nachbar im Vollrausch um die Ohren gehauen – treffender hätte ich's selbst nicht formulieren können.

1. Falsch dimensionierte Amps

Über Jahre hab ich nie den passenden Verstärker für die jeweilige Situation gewählt. Zu Hause landeten immer wieder viel zu große Bühnenverstärker, die ich zähneknirschend leise drehen musste, bis sie leblos klangen – oder ich griff frustriert zum leisen, aber klanglosen Übungsverstärker zurück. Jahre später schlug das Pendel in die andere Richtung: ein winziger 16-Watt-Röhrenamp für wirklich alles, der bei Open-Air-Gigs und selbst bei Kneipenkonzerten mit lautem Schlagzeug hoffnungslos unterlegen war. Die Lehre: Es gibt nicht den einen perfekten Amp für alles – sondern verschiedene, jeweils passend dimensionierte Verstärker für unterschiedliche Spielsituationen. Orientier dich dabei an dem, was für deine Ohren bei der tatsächlichen Lautstärke funktioniert, nicht an dem, was deine Vorbilder auf der Bühne stehen haben.

2. Equipment nie ausgereizt

Sobald etwas Geld übrig war, musste schnell ein neues Pedal oder Instrument her – aber richtig genutzt wurde es selten. Ein kurzes Antesten, ein bisschen an den Reglern gedreht, und der Fokus wanderte schon zum nächsten Objekt der Begierde. Das Ergebnis: Ausrüstung, die nach Jahren ungenutzt im Schrank verschwand, mit dem unguten Gefühl, viel Geld für etwas ausgegeben zu haben, das man nie wirklich erkundet hat. Der bessere Weg: Alles, was angeschafft wird, konsequent auschecken – Tutorials, Bedienungsanleitung, Demo-Videos – bevor der nächste Neukauf ansteht.

3. Scheuklappen aufs eigene Instrument

Lange Zeit zählte nur, dass die eigene Lautstärke Spaß machte – ob das ins Bandgefüge passte, die Position des eigenen Verstärkers auf der Bühne sinnvoll war oder der eigene Gitarrenpart überhaupt zum Gesang passte, war egal. Auch Dinge wie sich selbst aufzunehmen oder eine musikalische Idee festzuhalten, überließ ich komplett anderen. Die Lehre: Der moderne Musiker kommt heute nicht mehr damit durch, sich nur um das eigene Instrument zu kümmern – Aufnahmen, Kommunikation mit der Band und organisatorisches Drumherum gehören dazu, und all das lässt sich lernen.


4. Unverbindlichkeit als Schutzschild

In einem Umfeld, in dem Musik machen als auffällig und leicht verdächtig galt, hab ich mich lange dafür geschämt, Gitarrist zu sein – auf der Bühne, bei Konzerten mit Familie im Publikum, sogar bei der Wahl der Bands, in denen ich mitspielte ("das ist eigentlich nicht so mein Ding"). Die Scham kommt dabei nicht von der Entscheidung selbst, sondern davon, wie halbherzig man sie umsetzt. Die Lehre: Entscheide dich bewusst für eine Sache und gib dann volles Engagement – oder lehn höflich ab, statt mit Bauchschmerzen auf der Bühne zu stehen.

5. Einseitiges Üben ohne musikalischen Transfer

Jahrelang übte ich dieselben Dur-Tonleiter-Patterns zum Metronom, immer schneller – weil große Vorbilder das angeblich auch so machen. Der Unterschied: Bei ihnen ist die Übung kein Selbstzweck, sondern fließt elegant ins eigene Spiel ein. Bei mir blieb sie isoliert, ohne musikalischen Nutzen, und passte am Ende auch einfach nicht zu meinem eher ruhigen Spieltyp. Der bessere Weg: Erst hinschauen, was dem eigenen Spiel gerade fehlt, und dann gezielt genau das üben, statt wahllos zu sammeln, was irgendwo empfohlen wurde.

Checkliste: Erkennst du dich in einem der Punkte wieder?

  • Passt dein aktueller Amp bzw. deine Lautstärke wirklich zur jeweiligen Spielsituation?

  • Hast du dein vorhandenes Equipment schon wirklich ausgereizt, bevor du an einen Neukauf denkst?

  • Hast du dir schon mal einen Mitschnitt deines eigenen Spiels angehört, statt dich nur auf dein Gefühl auf der Bühne zu verlassen?

  • Stehst du offen dazu, dass Gitarre spielen dir wichtig ist – oder redest du es klein?

  • Übst du Dinge, die du auch wirklich in deiner Musik einsetzt, statt nur zu sammeln, was irgendwo empfohlen wurde?

Klare Linie statt Verzetteln

Genau das Prinzip aus Punkt 5 – erst wissen, wo man hinwill, statt sich zu verzetteln – steckt auch in der Konzeption von Schnellstart Rockgitarre: ein E-Gitarren-Einsteigerkurs mit klarem Fokus auf Rockmusik, ohne Umwege, damit der Weg von Anfang an zielorientiert und eindeutig bleibt.

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