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Blues-Begleitung für Einsteiger: So funktioniert der Shuffle-Rhythmus

Autorenbild: Christian Konrad
Christian Konrad
9. Jan. 2020
3 Min. Lesezeit

Wenn du die grundlegenden Gitarrenakkorde schon beherrschst, aber vom Blues noch keine Ahnung hast, ist das genau mein Thema heute. Ich zeig dir, was ein Blues-Schema ist, was den typischen Shuffle-Rhythmus ausmacht, und wie ich beides zu einer einfachen, aber gut klingenden Blues-Begleitung zusammenführe – ganz ohne geschichtlichen Hintergrund oder trockene Theorie, direkt praxisnah.

Was ist ein Blues-Schema?

Ein Blues-Schema hat normalerweise zwölf Takte – es gibt zwar unzählige Ausnahmen, aber ich geh hier vom klassischen Normalfall aus. Man kann grundsätzlich in jeder Tonart spielen, wobei ich mich hier für die gitarrenfreundlichste Blues-Tonart A entscheide.

Das Blues-Schema in A: die einfachste Form

Vier Takte auf dem A, dann wechselt es für zwei Takte zum D-Dur, das ist die vierte Stufe der Tonleiter ausgehend vom Grundton A. Danach geht's wieder für zwei Takte zurück zum A, bevor es zum E-Dur wechselt, der fünften Stufe, die nur einen Takt lang gespielt wird. Das ganze Grundmuster: vier Takte A, zwei Takte D, zwei Takte A, ein Takt E, ein Takt A – zum Schluss noch zwei Takte A. Das ist erstmal die Basis: dass du dir den Ablauf der Akkorde merkst.

Weiterentwicklungen des Blues-Schemas

Von diesem Grundschema gibt es viele Weiterentwicklungen – zusätzliche Akkorde, oder ein verlängertes Thema mit 16 statt 12 Takten, oft einfach weil der Text eines Blues-Songs länger ist. Ich bleib hier aber erstmal beim Normalfall.

Klingt schon bluesiger: Dominantseptakkorde

Pur mit einfachen Durdreiklängen gespielt, klingt das Schema noch nicht besonders spannend. Der erste Trick: Statt A-Dur, D-Dur und E-Dur als normale Dreiklänge zu spielen, nimm die passenden Dominantseptakkorde – also A7, D7 und E7. Das klingt sofort deutlich näher am typischen Blues-Sound.

Der Shuffle-Rhythmus: bluesiger Groove statt starrer Viertel

Eine Besonderheit des Blues ist der sogenannte Shuffle-Rhythmus. Statt die Aufschläge zwischen den Zählzeiten gleichmäßig zu spielen wie bei normaler Liedbegleitung, kommen sie im Blues bewusst etwas später. Wer mag, kann sich das auch ausrechnen: Der Abschlag dauert zwei Drittel der Viertelnote, der Aufschlag das letzte Drittel – das nennt man ternäre bzw. punktierte Rhythmik, im Blues-Kontext meist Shuffle genannt. Wem das zu kompliziert ist: Einfach ganz normal 1-und-2-und-3-und-4-und zählen und den Aufschlag gefühlt ein bisschen später spielen – schon klingt's bluesig.

Blues-Begleitung mit Powerchords

Eine ganz andere Möglichkeit: statt der vollen Akkorde nur einen Ausschnitt greifen, ähnlich wie beim Powerchord. Jeder der drei Akkorde – A, D, E – wird dabei auf zwei Saiten reduziert, angeschlagen wird konsequent nur mit Abschlägen. Das macht die Begleitung schlanker und rhythmisch knackiger, ohne die vollen Griffe halten zu müssen.

Der Ringfinger-Trick für mehr Würze

Wenn dir die reine Powerchord-Begleitung noch zu eintönig ist, gibt's noch einen typischen Kniff: beim Powerchord den gegriffenen Ton auf den Zählzeiten 2 und 4 kurz mit dem Ringfinger einen Bund höher ergänzen und gleich wieder loslassen. Das funktioniert bei allen drei Akkorden gleich und bringt spürbar mehr Blues-Charakter in die Begleitung – schon eine eher fortgeschrittene Variante, klingt aber auch am überzeugendsten.

Die genauen Griffpositionen, der Shuffle-Rhythmus und der Ringfinger-Trick lassen sich am besten direkt im Video nachvollziehen – hier zeig ich jeden Schritt am Griffbrett.

Checkliste: Deine erste Blues-Begleitung

  • Merk dir zuerst nur den Ablauf des 12-taktigen Schemas (A-A-A-A-D-D-A-A-E-D-A-A)

  • Tausch die Durdreiklänge gegen Dominant-Sept-Akkorde (A7, D7, E7)

  • Übe den Shuffle-Rhythmus zunächst extra langsam, bis sich der spätere Aufschlag von selbst richtig anfühlt

  • Probier danach die Powerchord-Variante aus, sobald die vollen Akkorde sitzen

  • Zum Schluss: den Ringfinger-Trick auf 2 und 4 ergänzen, wenn dir danach ist

Übungsmaterial zum Download Alle Infos, Griffbilder, das Bluesschema, Tabs kannst du dir zum Üben hier herunterladen:

Wenn du tiefer in den Blues einsteigen willst

Das Thema Blues lässt sich natürlich noch viel ausführlicher besprechen. Genau dafür hab ich den Kurs Blues-Ratgeber entwickelt: den kompletten Blues-Kurs von den ersten Begleitungen im 12-taktigen Bluesschema bis zum stilechten Solo, inklusive Abteilung für die weiter Fortgeschrittenen, erweiterte Akkorde, Turnarounds, moderne Solo-Techniken und komplette Songs zum Mitspielen.

Mehr Infos findest du hier: Blues-Ratgeber

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