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Warum ich seit Jahren keinen Alkohol mehr trinke – und was sich dadurch verändert hat

Autorenbild: Christian Konrad
Christian Konrad
30. Jan.
2 Min. Lesezeit

Ich war kein Problemfall. Alles lief in meinem Leben, aber irgendwie mit angezogener Handbremse. Und irgendwann hab ich gemerkt: Wenn man jahrelang auf die Frage "Wie geht's?" nur "Geht schon" antwortet, lohnt sich vielleicht ein zweiter Blick, ob nicht doch mehr geht. Seit einigen Jahren trinke ich keinen Alkohol mehr – und das hat sich auch auf mein Gitarrenspiel und meine Motivation deutlich stärker ausgewirkt, als ich erwartet hätte.

Mein typischer Konsum – unauffällig, aber konstant

Seit meinen 30ern sah mein Konsum so aus: unter der Woche kaum Alkohol, dafür am Wochenende recht konstant fünf Bier oder eine Flasche Wein plus ein, zwei Bier – Freitag, Samstag, Sonntag. Die Arbeitswoche war davon kaum beeinflusst, höchstens der Montag. Genau das wird ja oft als Erkennungszeichen gehandelt: Solange der Job noch läuft, ist scheinbar alles gut.

Das eigentliche Problem lag woanders

Innerlich wuchs trotzdem eine Unzufriedenheit mit mir selbst. Ich hatte immer öfter das Gefühl, weniger auf die Reihe zu kriegen, als ich wollte. Alkohol verträgt sich einfach nicht mit dem Mindset, das ich für produktive Arbeit und persönliches Wachstum brauche. Der Preis der geselligen Abende zeigte sich am nächsten Tag: kein Kater, aber ein "Dienst nach Vorschrift"-Modus – alles Notwendige erledigt, aber keine Energie mehr für etwas Kreatives wie eine richtig gute Videolektion.

Alkohol und die Bühne

In meinen 20ern als Live-Musiker kamen noch andere Aspekte dazu. Besoffen auf der Bühne zu spielen ist einfach nicht cool, sondern peinlich: Timing leidet, Konzentration auch, die Kontrolle fehlt. Ich hab davon genug eigene Erfahrungen gesammelt – bis hin zu Gedächtnislücken, an die ich mich am nächsten Tag einfach nicht mehr erinnern konnte.

Der Wendepunkt

Der Übergang von meinen 30ern in die 40er, zusammen mit dem Ereignis, Vater zu werden, war für mich ein doppelter Wendepunkt. Mir fiel dabei auf: Die größten positiven Sprünge in meinem Leben passierten immer in Phasen besonderer mentaler Klarheit – also genau dann, wenn Alkohol keine Rolle spielte. Im Februar 2022 hab ich dann ganz spontan aufgehört, ohne großes Ritual oder Silvestervorsatz. Einfach die Entscheidung: Jetzt ist mal gut.

Was sich seitdem konkret verändert hat

Vor allem eines hab ich gewonnen: Zeit. Plötzlich war wieder Raum für Hobbys da, die jahrelang brachlagen – ich hab wieder angefangen, Klavier zu lernen, und lese abends wieder richtig, statt vor dem Fernseher vor mich hinzudämmern. Auch körperlich hat sich einiges verändert: mehr Power beim Krafttraining, weitere Strecken beim Joggen, kein Trainingsausfall mehr wegen des Vorabends. Und bei Gigs entfällt das ständige Kopfrechnen: Muss ich fahren? Darf ich trinken? Wer bringt mich nach Hause?

Checkliste: Was bremst dich gerade beim Gitarre lernen aus?

Nicht im Video, aber als Denkanstoß für dich:

  • Gibt es eine Gewohnheit in deinem Alltag, die regelmäßig deine Energie oder Motivation zum Üben auffrisst?

  • Wann hast du zuletzt eine ganze Woche lang wirklich konzentriert geübt – ohne "Dienst nach Vorschrift"-Gefühl?

  • Wartest du auf einen symbolisch perfekten Zeitpunkt (Neujahr, Montag), um etwas zu verändern – obwohl du eigentlich jederzeit anfangen könntest?

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