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5 Bluesriffs, die in jeder Tonart funktionieren

Autorenbild: Christian Konrad
Christian Konrad
7. März 2022
3 Min. Lesezeit

Blues-Begleitriffs gehören zu den Basics des Gitarrenspiels – bei Jam-Sessions ist ein Blues oft der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Musiker:innen, die sonst keine gemeinsamen Songs kennen. Nur: Die typischen Blues-Begleitpatterns funktionieren wegen der verwendeten Leersaiten meist nur in den Tonarten A und E – und die Tonart kann ich mir bei fremden Mitmusiker:innen selten aussuchen. Deshalb zeig ich dir heute fünf Begleitriffs, die komplett ohne Leersaiten auskommen und sich dadurch in jede beliebige Tonart verschieben lassen.

Warum die meisten Blues-Begleitungen nur in A und E funktionieren

In den Tonarten A und E liegen die Grundtöne der Akkorde größtenteils auf Leersaiten – das macht typische Wechsel-Begleitungen mit Quint- und Sextgriffen deutlich leichter zu greifen. Sobald aber Saxophonist:innen oder Sänger:innen andere Tonarten bevorzugen, stößt man mit diesen Standard-Patterns schnell an Grenzen. Genau deshalb hab ich über die Zeit Begleitriffs gesammelt, die in einem engen Griffbrettausschnitt bleiben und komplett ohne Leersaiten auskommen – dadurch lassen sie sich beliebig verschieben.

Das Bluesschema in G als gemeinsame Grundlage

Zur besseren Vergleichbarkeit zeig ich dir alle fünf Riffs am Blues in G, mit den Grundakkorden G7, C7 und D7 – ein ganz normales dreiakkordiges Bluesschema als Referenzpunkt.

Riff 1: Der Klassiker zum Einstieg

Eine Bass-Figur, die sich wunderbar unisono mit einem Bassisten spielen lässt, funktioniert aber genauso gut als eigenständige Solo-Begleitung. Die Viertelnoten dabei relativ kurz spielen, ohne sie abzuhacken.

Riff 2: Mit durchgehenden Achteln und Lagenwechsel

Spürbar schwerer, weil hier durchgehend Achtelnoten gespielt werden und zusätzlich Lagenwechsel innerhalb eines Takts vorkommen.

Riff 3: "Gleitende" Akkorde

Dieses Riff arbeitet mit dreistimmigen, gleitenden Akkorden – für ein etwas langsameres Tempo geeignet. Die Herausforderung liegt darin, alle drei Stimmen beim Sliden sauber zu halten, ohne dass unterwegs ein Ton abstirbt.


Riff 4: Rhythmisch mit Off-Beat-Betonung

Sehr rhythmisch, mit klarer Betonung auf den Off-Beats – das muss genau sitzen, sonst geht der Groove verloren. Hier kommen vollere Akkorde ins Spiel, unter anderem als G9.

Riff 5: Die Königsdisziplin

Das anspruchsvollste der fünf Riffs – am besten erstmal deutlich langsamer üben, bevor du das Tempo steigerst.

So übst du die Riffs richtig

Am besten suchst du dir zunächst ein Riff aus, lernst es komplett auswendig und spielst es dann täglich in einer anderen Tonart – dafür machst du dir jeweils klar, welche drei Akkorde (Stufe 1, 4 und 5) zur jeweiligen Tonart gehören. Zum Reinkommen hilft es, erst eine reine Akkordbegleitung mit den drei Grundakkorden durchzuspielen, damit sich der Ablauf ins Ohr einprägt, bevor du das komplette Riff auf die neue Tonart überträgst. Besonders interessant wird's, wenn du abwechselnd einen Durchgang Akkorde und einen Durchgang Riff spielst, statt hundertmal dasselbe zu wiederholen.

Checkliste: So baust du dir dein Blues-Riff-Repertoire auf

  • Wähl dir zuerst das Riff aus, das am besten zu deinem aktuellen Level passt (Riff 1 zum Einstieg, Riff 5 erst später)

  • Lern die drei Grundakkorde (Stufe 1, 4, 5) für eine neue Tonart auswendig, bevor du das Riff überträgst

  • Übe den Wechsel zwischen reiner Akkordbegleitung und Riff bewusst abwechselnd

  • Wiederhole dasselbe Riff an verschiedenen Tagen in unterschiedlichen Tonarten, statt es nur einmal zu lernen

Übungsmaterial zum Download

Link zum PDF mit allen Noten-/Tab-Beispielen und der Guitar-Pro-Datei (GPX):

Noch tiefer in den Blues einsteigen

Für alle, die noch strukturierter an Begleitung und Solospiel im Blues rangehen wollen: Genau dafür hab ich Blues-Ratgeber entwickelt – über 25 Videos für Einsteiger und Fortgeschrittene, mit Akkorden, passendem Sound, verschiedenen Bluesschemata in Dur und Moll und kompletten Songs mit Bandbegleitung zum Mitspielen.

Mehr Infos findest du hier: Blues-Ratgeber

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