Gitarrenverstärker - Röhrenamp für zu Hause - Vox AC4 C1-12 | Gitarren-Blog

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Gitarrenverstärker - Röhrenamp für zu Hause - Vox AC4 C1-12

Gitarrenverstärker

Lange habe ich recherchiert und verglichen, nun ist die Entscheidung gefallen - Heute berichte ich von meiner Entscheidung für einen Röhrenverstärker, der für’s Gitarre Üben uns Spielen zu Hause geeignet sein sollte.

Die ursprüngliche Frage lautete: Wenn ich keinerlei Kompromisse bzgl. Lautstärke, Größe und Gewicht eingehen müsste - Worüber würde ich zu Hause in der Wohnung Gitarre spielen?
Meine Antwort: Ich würde einen Verstärker nehmen, den ich auch auf der Bühne nehme.
Nachdem ich vieles ausprobiert habe, weiß ich dass mir persönlich klassische Röhrenamps am meisten Spaß machen, z.B. ein Marshall JTM45, Fender Twin oder Vox AC30. Diese Verstärker sind allesamt Legenden, haben jeweils ihren eigenen Klangcharakter und sind ungeschlagen in Sachen Durchsetzungsvermögen und Dynamik.

Das Video: Der Vox AC4 C1-12 in der Praxis

Direktlink zum Video:
https://www.youtube.com/watch?v=SznuehYu3QU&feature=youtu.be

Soweit meine Wunschvorstellung. Nun sieht aber die Wahrheit so aus, dass ich Nachbarn habe, die meine Begeisterung für weit aufgerissene Amps nicht uneingeschränkt teilen. Man könnte auch sagen, sie wollen einfach ihre Ruhe haben und sehen nicht ein, dass so ein 30-, 50-, oder gar 100-Watt-Röhrenverstärker bei Zimmerlautstärke nicht gut klingt, diese Banausen!

Also gut, man gibt sich geschlagen und sucht nach Alternativen:

Amp-Simulations-Software oder Plug-Ins
Kann man machen, aber erstens schraube ich da immer ewig rum, um dann zu merken, dass der Sound doch nicht „so geil“ ist wie das Vorbild. Und gerne ist auch noch ein Update fällig, wenn man es gerade nicht brauchen kann oder gerade kein Internet zur Verfügung hat. Also die Möglichkeit der Ablenkung ist hier sehr groß, und manchmal vergesse ich dann, was ich eigentlich wollte, nämlich üben!
Zweitens: Ich brauche eine Lösung, die transportabel ist, so dass man auch in verschiedenen Zimmern (Wohnzimmer, Arbeitszimmer) oder gar an verschiedenen Orten (zu Hause, Proberaum) üben kann, ohne einen Computer, Boxen, ein Interface und mehrere Kabel mitschleppen zu müssen. Wie oft habe ich schon spezielle USB-Kabel etc. gesucht?! Da vergeht einem die Lust zu spielen schnell wieder.

Vox AC4 C1-12 Front

Eine Isolations-Box
Mit einer isolierten Gitarrenbox wie der Großmann SG-Box kann man wunderbar mit den „echten“ Gitarrenverstärkern ordentlich Rabatz machen, ohne die Nachbarn aufzuwecken, genial!
Eine tolle Sache, über die ich auch noch mal ein Video machen werde.
Aber man benötigt schon auch eine Art Studio-Umgebung, wiederum mit Interface und Computer oder Aufnahmegerät und wiederum Boxen zum Abhören. Also zu aufwendig um mal eben spontan ne halbe Stunde zu spielen.

Ein Modelling-Amp
Das war über Jahre bis vor kurzem meine Lösung. Alles in einer Kiste, leicht, transportabel und unabhängig von Lautstärke, vielseitig, mit mehreren digital nachempfunden Verstärkern und Effekten. Eigentlich die perfekte Lösung, oder?!
Zumindest für das Üben und Aufnehmen auf Reisen verwende ich so einen Modelling-Verstärker: Den
Yamaha THR5, zu dem ich auch schon ein Video aufgenommen habe.

Aber man wird mit den Jahren wurden die Ansprüche an Sound und Spielgefühl einfach noch größer, und ich war nicht mehr bereit, in dieser Hinsicht Kompromisse einzugehen.
Die Reaktion auf spielerische Feinheiten, die Dynamik, der Klangcharakter, einfach die Spiellaune ist bei den typischen Modelling-Amps nicht in dem Maß vorhanden, wie bei den „richtigen“ Verstärkern, die ich auf der Bühne benutze.
Dagegen kann ich auf 30 eingebaute Effekte und Verstärker-Simulationen gut verzichten.
Überhaupt kenne ich kaum einen Gitarristen, der die vielfältigen Möglichkeiten im Alltag wirklich ausschöpft. Ist es nicht eher so, dass man sich seine 1-3 Lieblings-Sounds sucht, die man dann immer wieder verwendet? Und gehen einem übermäßige Effekte nicht irgendwann eher auf die Nerven?! Bei mir ist das so.

Vox AC4 C1-12 Regler

Konsequenz
Aus diesen Überlegungen ergab sich die Idee: Ein richtiger Röhrenamp, wenig Optionen, kompromissloser Sound, aber eben im Mini-Format muss her!
Nicht zu vergessen: Möglichst günstig und möglichst gut sollte er sein!

Nachdem ich über Wochen jedes Youtube-Video zum Thema angeschaut und jeden verfügbaren Testbericht über mögliche Kandidaten ( Hughes & Kettner Tubemeister, Orange Tiny Terror u.v.m.) gelesen hatte, traf ich endlich eine Kaufentscheidung.
Meine Wahl fiel aus folgenden Gründen auf den Vox AC4 C1-12:
Es sollte entweder ein Topteil oder ein Combo mit 12“-Speaker sein. Übungsamps mit kleineren Lautsprechern konnten mich in der Vergangenheit nie restlos überzeugen, da fehlte einfach immer das Klangvolumen oder zumindest die Bässe.
Dann sollte der Schwerpunkt auf einem eigenständigen, charaktervollen Cleansound liegen, und damit konnten viele Konkurrenten nicht dienen.
Bei vielen Gitarristen liegt nun mal der Fokus mehr auf guten Zerrsounds, ich hingegen spiele gerne clean und schalte bei Bedarf ein Verzerrer-Pedal vor.
Als Fan des Vox AC30 ließ ich es auf einen Versuch ankommen und bestellte mir den AC4 C1-12.
Ich habe es nicht bereut, der Amp klingt fantastisch und ist von der Leistung (4 Watt) für meine Zwecke gerade richtig dimensioniert. Er klingt interessant und hat die Dynamik, die ich einfach nur von Röhrenamps kenne.
Ich persönlich würde mir nur noch einen eingebauten Hall wünschen, aber den kann man natürlich auch als Bodentreter vorschalten. Im Video verwende ich dafür den Marshall Reflector.

Vox AC4 C1-12 Rueckseite

Die Klangregelung besteht nur aus Bass- und Treble-Regler, was mir jedoch zur Anpassung an verschiedene Gitarrenmodelle durchaus ausreicht. Mithilfe der Gain- und Volume-Regler kann man den Zerrgrad sehr schön einstellen. Mehr Optionen gibt es nicht, aber ich bin damit sehr zufrieden!
Der AC4 erinnert wirklich klanglich an den berühmten AC30 und ist bei weitem kein Kompromiss, wie ich anfangs fürchtete.
Damit macht das Üben wieder Spaß: Einstöpseln und Loslegen!

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