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Akkordumkehrungen auf der Gitarre: So denkst du wie ein Pianist

Autorenbild: Christian Konrad
Christian Konrad
6. Feb.
2 Min. Lesezeit

Pianist:innen sind uns in einer Sache klar überlegen: Sie sehen immer die Töne, die sie spielen, nicht irgendwelche Griffe. Fragst du die meisten Gitarrist:innen dagegen, welche Töne in ihrem C-Dur-Akkord eigentlich stecken, triffst du oft einen wunden Punkt. Dabei geht genau das auf der Gitarre genauso – mit Akkordumkehrungen.

Warum Pianisten hier im Vorteil sind

Liest ein Pianist "C-Dur", denkt er sofort an die Töne C, E und G – egal in welcher Reihenfolge er sie kombiniert. Gitarrist:innen spielen bei einem C-Dur-Akkord dagegen meist einfach den bekannten Lagerfeuer-Griff, ohne die einzelnen Töne dahinter zu kennen. Die Griffe sind dabei nicht schlecht, aber die Denkweise dahinter – nur in Griffnummern statt in Tönen zu denken – bremst aus.

Töne statt Griffe: Der C-Dur-Akkord neu gedacht

Der offene C-Dur-Griff enthält (mit Dopplungen) die Töne C, E und G. Nimmt man nur diese drei Töne auf drei benachbarten Saiten, ergeben sich – genau wie am Klavier – unterschiedliche Reihenfolgen:

  • Grundstellung: beginnt mit dem Grundton C – also C-E-G

  • Erste Umkehrung: beginnt mit dem mittleren Akkordton – also E-G-C

  • Zweite Umkehrung: beginnt mit dem höchsten Akkordton – also G-C-E

Der Trick dahinter: Man wandert von jedem Akkordton zum nächsten – C zu E, E zu G, G (eine Oktave höher) zurück zu C – und erhält so automatisch die nächste Umkehrung.


Der Vorteil: Flexibel bei Akkordwechseln

Wer die Umkehrungen kennt, kann auf Zuruf eine höhere Umkehrung von C-Dur spielen oder bei einem Akkordwechsel – etwa von C-Dur zu G-Dur – einfach an derselben Griffbrettstelle bleiben, weil sich die passende Umkehrung des nächsten Akkords oft direkt daneben befindet. Auf einer Dreier-Saitenkombination gibt es dabei immer nur drei mögliche Umkehrungen, bevor sich das Muster wiederholt.

Diese Lektion lebt stark vom genauen Hinsehen auf die Griffbrettpositionen – am besten direkt im Video mitverfolgen, wie die einzelnen Umkehrungen auf dem Griffbrett wandern.

Checkliste: Schritt für Schritt zu deinen ersten Akkordumkehrungen

  • Wähle einen einzigen Dreiklang (z. B. C-Dur) auf drei benachbarten Saiten

  • Bestimme Grundstellung, erste und zweite Umkehrung anhand der Töne, nicht der Griffnummer

  • Übe den Wechsel zwischen den drei Umkehrungen, bis du sie nach Tönen statt nach Griffbild abrufen kannst

  • Wende dasselbe Prinzip auf einen zweiten Akkord an (z. B. G-Dur) und finde gemeinsame Griffbrettstellen zwischen beiden Akkorden

Töne sehen statt Griffe auswendig lernen

Genau dieses Verständnis – Töne zu sehen statt nur Griffe zu speichern – ist ein zentraler Baustein in meinen Kursen, um neue Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten zugänglich zu machen.

Mehr Infos findest du hier: Schnellstart Rockgitarre

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