Die Pentatonik auf dem ganzen Griffbrett spielen - 6 Schritte | Gitarren-Blog

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Die Pentatonik auf dem ganzen Griffbrett spielen - 6 Schritte

Pentatonik Gitarre - Ganzes Griffbrett

Denkst du bei der A-Moll-Pentatonik auch immer automatisch an den Fingersatz in der fünften Lage?!
Ich zeige dir an dieser Stelle, wie du mithilfe von sechs Arbeitsschritten beim Improvisieren mit der Pentatonik das ganze Griffbrett nutzen kannst.

Schaue dir hier das Video zu den 6 Schritten an:
Das Video direkt bei Youtube anschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=LUJ-l5t8kyE&feature=youtu.be

Die allermeisten Gitarristen fühlen sich vor allem in einer ganz bestimmten Pentatonik-Position wohl, bei A-Moll ist das der Fingersatz in der fünften Lage, wie du vermutlich weißt.
Hier fühlen wir uns wohl und viele typische Blues- und Rock-Licks lassen sich auch einfach am allerbesten in dieser Position spielen.
A-Moll-Pentatonik
Trotzdem ist es doch schade, wenn du bei einem zwanzigminütigen Solo nur einen einzigen Griffbrettausschnitt nutzen kannst, oder?
Ich zeige dir daher jetzt gleich in sechs Arbeitsschritten, wie du es lernst, in Zukunft beim Solospiel das ganze Griffbrett zu nutzen und die einzelnen Lagen spielerisch zu verbinden.

Wir bleiben heute mal bei der Am-Pentatonik. (Diese ist übrigens identisch mit der C-Dur-Pentatonik.)

1. Schritt
Zum Spielen dieser Pentatonik auf dem ganzen Griffbrett benötigst du natürlich als erstes mal eine Übersicht aller möglichen Pentatonik-Töne.

A-Moll-Pentatonik ganzes Griffbrett

Diese Übersicht kannst du dir HIER auch als PDF herunterladen. Am besten druckst du sie dir gleich aus und dann geht es weiter mit Schritt 2.

2. Schritt
Jetzt übst du die Am-Pentatonik zunächst auf einzelnen Saiten, also horizontal.
Tipp: Sieh das Ganze auch nicht nur als reine Übung an, man kann auch auf einer einzelnen Saite bereits richtig improvisieren und damit schon ein Stück weit aus der gewohnten Routine ausbrechen!

3. Schritt
Jetzt wird es interessant:
Du fängst du beim tiefsten Ton an, der leeren E-Saite, und spielst zwei Töne, E und G, bevor du einen Schritt weiter nach rechts rutschst, zum nächsten Ton der Pentatonik, A.
Jetzt spielst du an dieser Stelle die beiden Pentatonik-Töne A und C.
Also noch einmal zusammengefasst: Wir spielen zwei Töne gespielt, rutschen einen Schritt nach rechts zum nächstgelegenen Ton der Pentatonik und spielen dort die nächsten beiden Töne.
Das solltest du auf jeden Fall auch einmal ohne Pause auf- und abwärts im Kreis spielen.

Jetzt nimmst du eine weitere Zweiergruppe von Tönen dazu, indem du nach a und c wieder einen Schritt weiter nach rechts rutschst.
Das sind jetzt insgesamt schon sechs Töne, und die sollte man wieder hin- und herspielen, auf- und abwärts, damit die Finger sich daran gewöhnen.

Nach diesem Schema geht es jetzt genauso weiter, immer zwei Töne spielen und dann einen Schritt in der Pentatonik nach rechts rutschen. Meistens nehme ich dafür den 1. und 3. Finger, aber bei den weiteren Abständen oder manchmal um Bewegung zu sparen, kann es im Einzelfall auch mal der 2 und 4. Finger sein. Hier hilft nur ausprobieren, es gibt dafür keine starren Regeln!

4. Schritt
Die nächste Variante sieht so aus, dass wir immer drei Töne in einer Lage spielen.
Wir beginnen demnach wieder mit E und G, rutschen jetzt aber noch nicht weiter zum A, sondern bleiben noch im Bereich der 1. Lage und spielen A als Leersaite. Erst dann wird „weiter gerutscht“, für die Töne C, D und E.
Auch die Dreiergruppen üben wir immer gleich auf- und abwärts.
Jetzt hängen wir wieder eine weitere Dreiergruppe dran, indem wir einen Schritt nach rechts rutschen und dort drei Töne spielen.
So bauen wir die Übung wieder aus, so weit das Griffbrett reicht.

5. Schritt
Als letzte Variante üben wir das Ganze mit Vierergruppen.
Vier Töne spielen, einen Schritt „weiter rutschen“, wieder vier Töne spielen.
Du wirst merken: Mit den Vierergruppen kommt man auf dem Griffbrett nicht ganz so weit, also nicht in die höheren Bünde. Deswegen würde ich bei dieser Variante auch mal an anderen Stellen anfangen, z.B. mal in der dritten Lage oder in der fünften Lage.

6. Schritt
So, jetzt ist nur noch eine Sache wichtig: Die Übertragung in die Praxis.
Mit diesen neu gelernten Bewegungsabläufen muss man jetzt auch wirklich improvisieren üben, also aktiv den Schritt von der Übung zur Musik machen. Sonst ist diese Herangehensweise nur im Kopf als Übung abgespeichert und kommt in der Praxis vielleicht nie zum Einsatz.
Versuche also jetzt unbedingt mal, einfach drauflos zu spielen und dabei möglichst oft die Griffbrett-Position zu wechseln, indem du vor oder zurück rutschst.

Ja, das waren sie schon, die sechs Schritte zur Nutzung des ganzen Griffbretts mit einer Pentatonik.
Das war eine Idee aus meinem „
Pentatonik-Workshop“, einem umfangreichen Videokurs mit 15 Lektionen. Also wenn du ernsthaft daran interessiert bist, mehr herauszuholen aus der Pentatonik, dann schau dir mal diesen Kurs an!
Danke für deine Aufmerksamkeit und deine Geduld! Welche Erfahrungen hast du mit der Pentatonik gemacht? Nutzt du bereits das ganze Griffbrett oder hast du damit auch Probleme?Hinterlasse mir doch unten einen Kommentar, darüber würde ich mich sehr freuen.
Viel Erfolg beim Üben!

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